Website für Metallbauer: zwei Kundengruppen, eine Website

Ein Metallbaubetrieb bedient zwei Welten, die nichts voneinander wissen: Privatleute, die ein Balkongeländer oder ein Vordach suchen, und Auftraggeber aus Bau und Industrie, die Stahlbau, Tore und Wartung brauchen. Wer beide auf einer Startseite abfertigt, überzeugt keinen von beiden.

Stand: · Bora Anılan, Novexa Studio

So suchen Kunden nach einem Metallbauer

Nach „metallbau“ suchen fast nur Leute, die einen bestimmten Betrieb meinen. Anliegen werden anders getippt – nach Bauteil, fast immer mit einer Maßeinheit dahinter:

  • balkongeländer kosten pro meter
  • balkongeländer kosten laufender meter
  • kosten balkongeländer mit montage
  • treppengeländer kosten pro meter
  • geländer anfertigen lassen
  • edelstahlgeländer mit glas
  • stahltreppe außen mit podest
  • vordach haustür mit seitenteil
  • hoftor elektrisch
  • sektionaltor mit schlupftür
  • stahlbau in der nähe
  • metallbau in der nähe
Vorschläge der Google-Suche (Deutsch, Deutschland), abgerufen im September 2026. Sie zeigen, was häufig gesucht wird – nicht, wie oft.

„pro Meter“, „laufender Meter“, „mit Montage“: Kunden versuchen, Metallbau vergleichbar zu machen. Eine Website, die diese Einheiten aufgreift und erklärt, warum ein Geländer mit Glasfüllung anders kalkuliert wird als eines mit Stäben, beantwortet die Frage besser als jeder Wettbewerber, der nur „Qualität aus Meisterhand“ schreibt.

Privat und Gewerbe trennen

Zwei Stränge, getrennt ab der Startseite
SeiteZielgruppeWas darauf gehört
Geländer und AbsturzsicherungPrivat, HausverwaltungAusführungen, Füllungen, Befestigung im Bestand, Preisrahmen pro Meter
TreppenPrivat, BauherrenInnen und außen, Beläge, Podeste, Aufmaß und Montagedauer
Tore und ZäunePrivat, GewerbeBauarten, Antriebe, Bedienung, Wartung
Vordächer und ÜberdachungenPrivatMaße, Material, Entwässerung, was an der Fassade befestigt wird
Stahlbau und SchlosserarbeitenBauunternehmen, IndustrieKapazitäten, Schweißverfahren, EN 1090 mit Ausführungsklasse, Montage vor Ort
Service und PrüfungBetreiber von Toranlagenjährliche Prüfung, Reparatur, Ersatzteile, Reaktionszeit

EN 1090: der Nachweis, den Gewerbekunden suchen

Tragende Bauteile aus Stahl und Aluminium dürfen nur mit CE-Kennzeichnung in Verkehr gebracht werden; Grundlage sind die EU-Bauproduktenverordnung und die harmonisierte Norm DIN EN 1090-1. Voraussetzung ist eine werkseigene Produktionskontrolle, die von einer notifizierten Stelle zertifiziert und überwacht wird. Betroffen sind nicht nur Hallen, sondern auch Treppen, Balkone, Vordächer und Geländer mit tragender Funktion.

  • Wer zertifiziert ist, nennt die Ausführungsklasse (EXC) und die notifizierte Stelle. Ein Planer, der das auf Ihrer Website findet, muss nicht anrufen, um zu prüfen, ob er Sie anfragen kann.
  • Wer nicht zertifiziert ist, schreibt einfach, welche Arbeiten er übernimmt – Reparaturen, nicht tragende Bauteile, Montage. Das ist kein Nachteil, solange es klar dasteht.
  • Ein Zertifikat mit Ablaufdatum gehört gepflegt. Eine abgelaufene Urkunde auf der Website ist schlechter als keine.

Metallbauer ist ein zulassungspflichtiges Handwerk (Anlage A der Handwerksordnung). Meisterbrief, Schweißfachbetrieb und EN-1090-Zertifizierung sind drei verschiedene Dinge – auf der Website sollten sie auch als drei verschiedene Dinge stehen.

Torprüfung: das Geschäft, das jedes Jahr wiederkommt

Kraftbetätigte Fenster, Türen und Tore sind vor der ersten Inbetriebnahme und danach mindestens einmal jährlich von einem Sachkundigen zu prüfen; zu dieser Prüfung gehört die Messung der Betriebskräfte an den Schließkanten. Grundlage sind die Arbeitsstättenregel ASR A1.7 – sie konkretisiert die Arbeitsstättenverordnung und richtet sich damit an den Arbeitgeber – und das Regelwerk der Unfallversicherungsträger. Die Pflicht trifft also Ihren Kunden, nicht Sie.

Das ist einer der wenigen Anlässe im Metallbau, bei dem Kunden jedes Jahr wieder etwas brauchen. Eine eigene Seite dafür lohnt sich:

  • Für wen die Prüfpflicht gilt: Tore in Arbeitsstätten – gewerblich und öffentlich genutzt. Für das private Garagentor gibt es keine solche Pflicht, nur die Wartungsempfehlung des Herstellers.
  • Was Sie prüfen und was der Kunde danach in der Hand hat – Prüfprotokoll und Plakette.
  • Wie Sie erinnern: Wenn Sie ein Jahr später von selbst anrufen, schreiben Sie es hin. Genau dafür entscheiden sich Hausverwaltungen.
  • Was eine Prüfung kostet und ab wie vielen Toren es günstiger wird.

Anfragen, mit denen Sie kalkulieren können

  • Fragen Sie nach der Länge in Metern, nicht nach „ein Balkon“. Die Suchanfragen zeigen, dass Kunden ohnehin in Metern denken.
  • Bitten Sie um ein Foto der Einbausituation. Ob ein Geländer auf die Platte oder vor die Stirnseite kommt, entscheidet über den halben Preis.
  • Fragen Sie nach der Farbe oder Oberfläche: verzinkt, pulverbeschichtet in RAL, Edelstahl geschliffen.
  • Nennen Sie eine ungefähre Lieferzeit. Im Metallbau ist sie oft das Argument – oder der Grund für die Absage, bevor Sie Zeit investiert haben.

Häufige Fragen

Sollte ein Metallbauer Preise pro Meter nennen?

Eine Spanne ja, einen Festpreis nein. Kunden suchen ausdrücklich nach „balkongeländer kosten pro meter“. Wer eine Spanne nennt und die drei, vier Faktoren dahinter erklärt – Füllung, Oberfläche, Befestigung, Montagehöhe –, bekommt Anfragen von Leuten, die das Budget schon kennen.

Wie zeige ich Stahlbau, ohne Privatkunden abzuschrecken?

Mit zwei getrennten Einstiegen direkt auf der Startseite: „Für Ihr Zuhause“ und „Für Bau und Industrie“. Danach führen zwei getrennte Seitenstränge weiter. Die Über-uns-Seite, die Karriereseite und der Kontakt bleiben gemeinsam.

Lohnt sich eine Seite zur Torprüfung?

Ja, wenn Sie Toranlagen warten. Die jährliche Prüfung ist Pflicht für den Betreiber, und Hausverwaltungen suchen aktiv nach Betrieben, die sie übernehmen. Das ist Wartungsgeschäft, das Sie über die Website planbar einwerben können.

Was gehört in die Referenzen?

Bauteil, Ort, Material, Oberfläche – und ein Bild vom Einbau, nicht nur vom fertigen Objekt. Bei Gewerbeprojekten fragen Sie den Auftraggeber, ob Sie ihn namentlich nennen dürfen; ohne Zustimmung beschreiben Sie das Projekt neutral.

Quellen

Eine Website für Ihren Betrieb – zum Festpreis

Ab 990 € netto, ohne Abo, abgestimmt schriftlich per E-Mail auf Deutsch. Die fertige Website gehört Ihnen.